D i e   L e i c a

Foto: Dr. W. Alt

Die Leica ist bekannt als die erste industriell und in Serie produzierte Kleinbildkamera für das Negativformat 24 x 36 cm. Die Entstehungsgeschichte geht zurück auf das Jahr 1913, als der Mechanikermeister Oskar Barnack als Leiter der Mikro-Versuchsabteilung der Firma Ernst Leitz in Wetzlar ein Testgerät zur Bestimmung von Belichtungswerten bei Filmaufnahmen suchte. 

Dies war zu dieser Zeit nur durch Probeaufnahmen auf einem Streifen des bereits damals gebräuchlichen 35 mm breiten Kinofilms möglich. Barnack baute zu diesem Zweck eine kleine Belichtungskammer, in der er einen 35-mm-Filmstreifen mit verschiedenen Blendenöffnungen und Verschlussöffnungszeiten probeweise belichten und so die richtigen Werte für seine Filmsequenzen auswählen konnte.

Oskar Barnack stellte bald fest, dass er mit seiner Belichtungskammer ganz gute Fotoeinzelaufnahmen im Negativformat 18 x 24 mm machen konnte.

Der Wunsch, eine kleine und handliche Fotokamera benutzen zu konnen, war von Anfang an ebenfalls die Triebfeder von Barnacks Bemühungen. Als er das Aufnahmefenster seines Apparates auf 24 x 36 mm verdoppelte, erfuhr seine neue fotografische Methode eine weitere Verbesserung. Barnack machte in Wetzlar bereits damals regelrechte Bildreportagen von besonderen örtlichen Ereignissen, so zum Beispiel von Überschwemmungen durch Hochwasser. Die alten Barnack`schen Fotografien mit dieser "Ur-Leica", von der es zwei Exemplare gab, muten uns heute, wenn wir sie betrachten, erstaunlich modern und aktuell an. Ein Fotograf, der bisher durch eine große Plattenkamera und ein schweres Stativ unbeweglich und an eine Stelle gebunden war, wurde mit Barnacks kleinem Fotoapparat in der Hand und der Möglichkeit, viele Aufnahmen in rascher Folge machen zu können, beweglich und improvisationsfähig. 

Die Pläne, das Barnack´sche Gerät in Serie zu produzieren, wurden durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vereitelt. Die Leica - ein Produktname aus den ersten Buchstaben Leitz Camera - wurde erst 1925 von der Ernst Leitz GmbH auf der Leipziger Messe als Neuerung vorgestellt. Es hat zwar schon vor dem ersten Weltkrieg Aktivitäten anderer Konstrukteure gegeben, auf Kinofilm Einzelfotoaufnahmen zu machen, die Leica war jedoch die erste Kleinbildkamera für das heute noch überall gebräuchliche Negativformat 24 x 36 mm, die in Serie hergestellt wurde. Oskar Barnacks Leica, von der Ernst Leitz GmbH in Wetzlar produziert, fand eine große Verbreitung und wurde - nicht zuletzt wegen ihrer hervorragenden praktischen Anwendbarkeit, ihrer Vielseitigkeit, ihrer Exaktheit, Unverwüstlichkeit und Robustheit - zu einer "Legende".

Die modernen Leicas werden heute von der Leica Camera AG in D-35606 Solms bei Wetzlar produziert und zeichnen sich durch die Verwendung bester Materialien, durch größte Sorgfalt in der Herstellung, durch Langlebigkeit und geringe Störanfälligkeit aus. 

Obwohl längst auch moderne Elektronik in die Leica-Kameras Einzug gehalten hat, sind sie niemals mit unübersichtlicher Automatik überladen. Versierte Profi- und Amateurfotografen stellen fest: "Eine Leica macht das, was der Fotograf will, zwingt ihn aber nicht dazu, das zu übernehmen, was die Automatik diktiert".

In der jüngsten Zeit wird die Technik der digitalen Fotografie in die Produktpalette aufgenommen.
Aufschluß über das gesamte Programm der Leica Camera AG gibt die Internet-Adresse:  www.leica-camera.com